Keine Panik mit Excel 12.0
Vermeintlicher Bug entpuppt sich als Anwendungsfehler
Gute Nachrichten für alle Anwender von Excel 12.0: Ein „grösster anzunehmender Fehler“ in der Excel-Funktion =RGP() bzw. =LINEST() nebst bedrohlichen Konsequenzen liegt nachweislich nicht vor. Hier treten vielmehr ungewollt die Risikopotenziale der fehlerhaften Anwendung von Excel – auch durch geübte Anwender – zutage.
Seit einiger Zeit kursiert zunehmend die Meinung, dass die Standardfunktion =RGP() bzw. =LINEST() in Excel 12.0 zu falschen Ergebnissen führen soll. In verschiedenen Quellen wird zudem versucht, einen „grössten anzunehmenden Fehler“ mit nachhaltigen Folgen und erheblichen Revalidierungsaufwänden darzustellen. Sicher liessen sich jetzt in der Einschätzung der Konsequenzen eines solchen Fehlers abweichende Ansichten vertreten oder ein hoher Verbreitungsgrad dieser Funktion anzweifeln. Diese Punkte verfügen jedoch über geringe Relevanz, wenn der Fehler nicht existent ist. Konzentrieren wir uns daher auf die Kernaussage: Der Funktion „=RGP()“ wird ein überraschender Wechsel von der gewünschten Auswertung mit Anpassung der 2. Ordnung in lineare Berechnungsmethodik vorgeworfen. Dazu wurden von manchen Quellen Daten genannt (Tabelle 1) und die mit =RGP() „ermittelten“ Regressionkenndaten den korrekten Ergebnissen gegenübergestellt (Tabelle 2), ohne allerdings näher auf die verwendete Anwendungsmethodik einzugehen.
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Präzise Kenntnis von Excel-Funktionen…
Die Funktion =RGP() (in der englischen Version „=LINEST()“) dient im ursprünglichen Sinne als Array-Funktion der statistischen Auswertung linearer Regressionen. Die Auswertung mit Anpassung der 2. Ordnung ist zwar durchaus möglich, erfordert aber präzise Kenntnis der Funktion. An dieser Stelle stossen wir auf die wahren Risikopotenziale, die in der fehlerhaften Anwendung zu suchen sind. Die Dokumentation der Funktion in der Excel-Hilfe bietet hier leider Interpretationsspielraum und lässt keine gesicherte Beurteilung der verwendeten Syntax zu. Es wäre sicher nicht angemessen, das „Entdecken“ des vermeintlichen Fehlers den ungeübten Excel-Anwendern zuzurechnen. Im Umkehrschluss ergibt sich, dass die Verwendung unzureichend dokumentierter Array-Funktionen nicht zu empfehlen ist und einen – sowohl in qualitativer als auch quantitativer Hinsicht – höheren Validierungsaufwand nach sich zieht als der Einsatz transparent nachvollziehbarer Funktionen.
…führt zu korrekten Ergebnissen…
Die Widerlegung des in einigen Quellen nach Black-Box-Prinzip dargestellten Fehlers steht ohne überlegenen Nachweis auf tönernen Füssen. An dieser Stelle lässt sich hier im White-Box-Prinzip anhand derselben Datenbasis (Tabelle 1) transparent und nachvollziehbar – sozusagen zum „Nachkochen“ – zeigen, dass bei korrekter Anwendung der Funktion „=RGP()“ auch korrekte Ergebnisse ermittelt werden. ... mehr
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