
Gleiche Aufbereitungsverfahren trotz unterschiedlicher Qualitätsanforderungen
Wasser als zentraler Rohstoff in der pharmazeutischen Produktion unterliegt den höchsten Qualitätsanforderungen. Bei Abweichungen von den Reinheitskriterien oder temporärem Ausfall der Wasser-systeme stehen Produktionsanlagen still.
Wie können Hersteller beim äusserst sensiblen Produktionsfaktor Pharmawasser einen hohen Hygienestandard sicherstellen und gleichzeitig die Kosten optimieren? Das ist auch für Experten eine grosse Herausforderung.
Mit dieser Spezialausgabe des Chemgineering Newsletters stellen Ihnen die Chemgineering Gruppe und Christ Pharma & Life Science zwei erfolgreich realisierte Pharmawasser-Projekte vor.
Unsere Auftraggeber sind die Unternehmen
G. Streuli & Co. AG Pharmaceutica,
CH- 8730 Uznach,
Generika-Hersteller
und
Geistlich Pharma AG,
CH-6110 Wolhusen,
Hersteller von Biomaterial für dentale
und orthopädische Chirurgie sowie
klassischer Arzneimittel.
Interessant bei diesen Pharmawasser-Projekten sind die verschiedenen Problemstellungen und ihr Einfluss auf die Abwicklung, die unterschiedlichen Qualitätsanforderungen an das aufbereitete Wasser und die jeweils besonderen technischen Randbedingungen. Obwohl die Qualitätsbezeichnungen an das Wasser bei beiden Projekten aufgrund der möglichen Verwendungszwecke behördenseitig unterschiedlich definiert sind, kommen die gleichen Aufbereitungs-verfahren zur Anwendung.
Nach einer Vorprojektierung konnte Chemgineering beide Projekte im Generalunternehmer-Mandat durchführen. Die Dienstleistungen reichten von der Unterstützung der Benutzeranforderungen bis hin zur Erstellung des Performance-Qualification-Plans für die Bemusterung der Wasserqualitäten und der Erstellung von Grundlagendokumenten für die Betreuung der Systeme über den gesamten Lebenszyklus.

Christ OSMOTRON inject select/soft select
Wasseraufbereitung zur Herstellung von HPW (EP4) und WFI (USP27)
A ->
500 - 600 µS/cm bei 20°C, 25 - 35 °fH,
</= 300 KBE / ml, gelöstes CO2 vorhanden
B ->
500 - 600 µS/cm bei 20°C, 0 °fH,
</= 300 KBE / ml
C ->
15 µS/cm bei 20°C,
</= 10 KBE / ml, gelöstes CO2 entfernt
D ->
< 0.8 µS/cm bei 20°C,
</= 10 KBE / 100 ml
E ->
< 0.8 µS/cm bei 20°C *,
</= 10 KBE / 100 ml,
</= 0.25 EU / ml
* erwarteter Wert: 0.2 - 0.8 µS/cm |
Benutzeranforderungen und technische Spezifikation
In einer ersten Phase hat das Projektteam der Chemgineering zusammen mit dem Kunden die URS (User Requirement Specification) erstellt. Dazu gehörten nebst der Festlegung der Wasserqualität und der Wassermengen an den Entnahmeorten auch die Definition aller Anforderungen des Benutzers an Bedienung, Reinigung, Zugriffs-sicherheit, das Datenhandling, Bedingungen von Inspektionsbehörden, die Festlegung der zugelassenen Verfahren etc.
Ausgehend von den Benutzeranforderungen wurden diese im darauf folgenden Planungsschritt detailliert in einem Lastenheft oder einer "Technischen Spezifikation" beschrieben. Mit zusätzlichen Angaben und Dokumenten betreffend Aufstellungsort, Fliessschema, einer Auflistung vorhandener Energien/Medien, Normen und Standards wurde die Ausschreibungsdokumentation zusammengestellt. Im Kundenauftrag haben wir anschliessend eine Evaluation der möglichen Lieferanten durchgeführt und vorab die Vergabekriterien wie Investitions-/ Unterhaltskosten, Termineinhaltung, After Sale Service etc. festgelegt.
Beauftragung an Externe
Der Kunde hatte zu diesem Zeitpunkt noch die Wahl, das geplante Vorhaben mit eigenem Personal abzuwickeln oder den Auftrag im Generalplaner- oder Generalunternehmer-Mandat nach extern zu vergeben. Aus unseren Erfahrungen hat sich gezeigt, dass kleinere und mittlere Unternehmen ihr Personal nicht für solche arbeits-intensiven Vorhaben vom eigentlichen "Tagesgeschäft" entbehren können und wollen. Dies bedeutet natürlich zu Recht, dass bei externer Planung und Durchführung genaue Vorgaben, Transparenz und eine seriöse Partnerschaft erwartet werden.
Chemgineering konnte die Mandate für die G. Streuli & Co. AG Pharmaceutica und Geistlich Pharma AG mit Festpreisvereinbarung als Generalunternehmer realisieren. Als produkte- und herstellerneutrale Berater-, Planungs- und Ausführungsfirma offeriert Chemgineering im Gesamtmandat jeweils die bestgeeigneten und absolut not-wendigen Systemkomponenten. Hier hat der Kunde ein Mitspracherecht und weiss bereits vor der Auftragsvergabe, wie die optimale Minimallösung an Systemkomponenten aussehen wird, die zu ihm ins Haus kommt. Schliesslich muss er diese über den gesamten Lebenszyklus betreuen.
Zusätzlich nimmt der Kunde Einfluss auf die Planer- und Ausführungsfirmen der Elektroinstallationen und baulichen Massnahmen. Er kann also lokale und/oder bereits im eigenen Haus bekannte Firmen berücksichtigen. In beiden Projekten entschied sich der Kunde für Wasseraufbereitungsanlagen der Firma Christ, die Chemgineering in das Gesamtsystem integrierte.
Schlanke Umsetzung und Qualifizierung
Das gesamte Projektmanagement lag in der Hand von Chemgineering. Problemlos konnten die vom Kunden direkt beauftragten Ausführungsfirmen für bauliche Massnahmen mitkoordiniert und im Terminplan eingebunden werden. Parallel zur klassischen Projektabwicklung haben wir die Qualifizierung im Sinne der GMP durchgeführt und dokumentiert.
Integrierende Bestandteile der Qualifizierung sind GxP-Risikoanalysen, Lieferanten-Audits, Masterqualifizierungspläne, Qualifizierungspläne für die Phasen DQ, IQ, OQ und PQ inklusive aller Beilagen und Qualifizierungsschlussberichte. Um ein Optimum an Qualität und Kosten in der Qualifizierung zu erzielen, wurden die eingeführten und bewährten Qualifizierungsabläufe und -Dokumente von Chemgineering und Christ zu einem Gesamtkonzept zusammengeführt. Auf diese Weise war für einen relativ geringen und unkomplizierten Dokumentationsaufwand gesorgt.
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