| Als einer der zentralen Bereiche in pharmazeutischen oder biotechnologischen Unternehmen ist die Qualitätskontrolle umfangreichen GxP-Regularien unterworfen. Sie unterliegt Inspektionen durch nationale und internationale Überwachungsbehörden. Beanstandungen bei der Qualitätskontrolle finden sich dementsprechend auch regelmässig in den »Top Drei« der häufigsten Beanstandungen in FDA Warning Letters. Diese betreffen vor allem auch unzureichende oder fehlende Validierungen von analytischen Methoden.
Methoden-Check als Qualitätsbasis
Vor ihrer Implementierung als Routineprozess müssen analytische Methoden, die in chemischen oder mikrobiologischen Qualitätskontroll-Laboratorien Anwendung finden, validiert werden. Das heisst, für die analytische Methode ist nachzuweisen, dass sie zuverlässig korrekte analytische Werte liefert. Eine Grundvoraussetzung also, um die Qualität und Sicherheit von pharmazeutischen und biopharmazeutischen Produkten sicherzustellen.
Die Validierung von analytischen Methoden erfolgt gemäss den ICH-Richtlinien Q2A (Text on Validation of Analytical Procedures, 1994) und Q2B (Validation of Analytical Procedures: Methodology, 1996) sowie der entsprechenden FDA-Guidance for Industry (Analytical Procedures and Methods Validation Chemistry, Manufacturing, and Controls Documentation, Draft, 2000). Überprüft wird zunächst, ob die zu validierende Methode dem Stand von Wissenschaft und Technik entspricht und in schriftlicher Form fixiert ist. Als weitere Voraussetzung der Validierung ist sicherzustellen, dass alle zu verwendenden Geräte qualifiziert und computergestützte Laborsysteme auch validiert sind. Werden statistische Softwareprogramme oder Excel-Datenblätter für Auswertungen im Rahmen der Methodenvalidierung verwendet, müssen diese ebenfalls validiert vorliegen.


Inspektoren bemängeln unzureichende Validierungen analytischer Methoden
Bestimmung der Validierungs-Parameter
Am Beginn der Validierung wird der Validierungsplan erstellt. Neben der Beschreibung des Probenmaterials, der zu verwendenden Standards, Reagenzien, Chemikalien und der benötigten Geräte sowie des Messprinzips werden hier vor allem die zu validierenden Parameter festgelegt. Typische Parameter sind:
. Genauigkeit (accuracy): Wie nahe liegt der Wert am wahren Wert, systematische und zufällige Abweichung
. Präzision (precision): Wiederholpräzision (repeatability) und Präzision zwischen Messserien (intermediate precision)
. Spezifität (specificity): Wie spezifisch ist der Test bezüglich der Zielgrösse, wie sind die Störungen durch Begleitstoffe
. Nachweisgrenze (limit of detection): Kleinste nachweisbare Menge
. Bestimmungsgrenze (limit of quantification): Kleinste quantifizierbare Menge
. Arbeitsbereich (range): Richtlinie Gehalt: 80-120% des erwarteten Werts
. Linearität (linearity): Zusammenhang von Konzentration/Signal über den gesamten Messbereich
. Robustheit (robustness): Einfluss von Störungen durch veränderte Parameter
Gemäss den oben genannten Richtlinien erfolgt die Auswahl der Parameter je nach Einsatz der Methode als Identitäts-, Gehalts- oder Reinheitstests (Quantifizierung, Limit) oder als spezielle Methode wie z. B. Dissolution oder Partikelmessung. Sind die zu validierenden Parameter mit den dazugehörigen Akzeptanzkriterien inklusive der statistischen Bewertung festgelegt und das Validierungsprotokoll genehmigt, beginnt die Durchführung der Validierung.
Die Ergebnisse fasst der Validierungsbericht zusammen; er enthält ausserdem einen Verweis auf das Validierungsprotokoll, beschreibt die ausführenden Personen, die verwendeten Geräte und die Messergebnisse inklusive aller Rohdaten.
Es erfolgt eine Bewertung aller Validierungsparameter unter Berücksichtigung der statistischen Auswertungen und grafischen Darstellungen. Nach Genehmigung des Validierungsberichtes ist die validierte Methode für den Routinebetrieb einsetzbar.
EP- und USP-Methoden jetzt auch im Visier
Bisher war es gängige Praxis, dass Methoden, die aus dem EP (European Pharmacopeia) oder dem USP (United States Pharmacopeia) stammen, als validiert angesehen werden. Allerdings setzt sich zunehmend die Meinung durch, dass auch diese Methoden einer Verifizierung unterzogen werden müssen. Es ist nachzuweisen, dass EP- oder USP-Methoden zuverlässig korrekte analytische Werte liefern, wenn diese in einem Labor neu etabliert werden sollen. Entsprechend wird es in einem neuen allgemeinen USP-Kapitel <1226> (»Verification of Compendial Methods«) beschrieben, das zurzeit noch als Entwurf vorliegt. Die Vorgehensweise der Verifizierung einer Methode ähnelt der Validierung, der Unterschied liegt im Umfang der zu validierenden Parameter.
Wenn Sie Fragen zur Planung und Umsetzung von Methodenvalidierungen haben, bei der Verifizierung von Arzneibuchmethoden oder beim Methodentransfer, wird Sie unser Expertenteam jederzeit gerne unterstützen. Als kompetenter Partner helfen wir Ihnen bei der Qualifizierung/Validierung von Laborgeräten und schaffen somit die Voraussetzung für eine erfolgreiche Methodenvalidierung.
Dr. Hiltrud Lenke

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