Newsletter Juni 2006
   
Editorial
   
  Liebe Leserin, lieber Leser,

in einem früheren Newsletter hatte ich Ihnen mit der Maxime "Die Erwartungen unserer Kunden noch zu übertreffen" die Methodik unseres Client Reviews vorgestellt. Durch die Kundenbefragung wollen wir den Abstand zwischen Wunsch und Wahrheit analysieren, um die Zufriedenheit mit unseren Leistungen systematisch zu erfassen. Unsere Kundengespräche geben uns immer auch Aufschluss darüber, welche Erwartungen zukünftig mit Outsourcingstrategien an externe Engineeringdienstleister verbunden sind. Dabei geht es vor allem um Ingenieurleistungen in direkter Zusammenarbeit mit den Produktionsbetrieben, wie z.B. Unterhaltsplanung oder Um- und Neubauten in bzw. an bestehenden Produktionseinheiten über alle Gewerke.

Diese Aufgabenstellungen erfordern gründliche Kenntnisse der Standortstrukturen, die bis anhin nur bei den Ingenieurabteilungen des Kunden vorhanden waren. Heute erhöht der Abbau der internen Ressourcen auch hier den Druck zum Outsourcing, sogar bis in die Kernbereiche hinein. Wenn sich ein auszulagerndes Arbeitsgebiet, im Gegensatz zu Infrastruktur- und Gebäudedienstleistungen, direkt am "Nerv" der Produktion befindet, sind die Erwartungen unserer Kunden besonders hoch. Es werden nicht nur fundierte Kenntnisse aus der klassischen Ingenieurfakultät erwartet, sondern insbesondere auch Erfahrungen im Projekt- und Konstruktionsmanagement bis hin zur Inbetriebnahme. Die Planung und das Management von zyklischen Revisionsprogrammen gehören ebenfalls dazu.

Chemgineering ist es gelungen, in diesem anspruchsvollen Dienstleistungsbereich des Process-Facility-Managements Fuss zu fassen. Mit einigen renommierten Kunden im Pharma- und Feinchemikalienbereich haben wir so genannte Allianz- oder Rahmenverträge abgeschlossen bzw. abschlussfertig vorbereitet. Der Umfang dieser Allianzen ist unterschiedlich: Die externen Leistungen erstrecken sich vom reinen Design-Engineering bis zur umfassenden Ingenieurdienstleistung für den Prozess- und Infrastrukturbereich, ohne Ressourcen auf der Seite des Kunden. In diesem Fall gehört zu unserem Part auch die Beschaffung von Anlagen und die Beauftragung von Subunternehmern.

Der enge Kontakt, die kurzen Wege zwischen den Allianzpartnern sind ein wichtiger Faktor bei unserem Bemühen, die Erwartungen unserer Kunden noch zu übertreffen. Wir sehen gute Chancen, diesen sensiblen Dienstleistungssektor erfolgreich weiter ausbauen zu können und stehen Ihnen gerne als kompetenter Berater zur Seite. Diskutieren Sie das Thema des Process-Facility-Managements im Vorfeld von Outsourcing-Entscheidungen mit uns und machen Sie sich unsere vielfältigen Erfahrungen zunutze.

Freundlich grüsst Sie Ihr
Wolfgang Lenz

   
Unsere Themen im Juni

  Compliance Consulting
Lieferantenqualifizierung in Asien am Beispiel Indien

Portfolio
Referenzen zeigen Vielseitigkeit und Internationalität
Das Chemgineering Büro in Wien und seine neuen Aufgaben

Biotechnologie
Biotech-Start-up meets GMP

Anlagenplanung
Massgeschneidertes Konzept: Neue Solida-Produktion bei Temmler Pharma
Varianten einer Pilotanlage: Konzeptstudie für die Produktion hochaktiver Wirkstoffe

Information Systems
Wie man die Übersicht über die Validität der Computersysteme behält
SOA: Serviceorientierte Architektur. Teil 1

Messen und Veranstaltungen
Erfolg auf der Achema 2006
Versteinerte Technik - Kunst auf dem Messestand

   
Massgeschneidertes Standort- und Gebäudekonzept für den Pharmamittelstand
Neue Solida-Produktion bei der Temmler Pharma
   
  Im Herbst letzten Jahres hat die Temmler Pharma GmbH & Co. KG in Marburg ihr neues Produktionsgebäude nach nur 15-monatiger Bauzeit in Betrieb genommen. Chemgineering zeichnete dabei für die Generalplanung verantwortlich.

Die kundenspezifischen Anforderungen voll erfüllt
Mit ihrer Strategie der drei Kernkompetenzen gelingt es Temmler Pharma immer wieder, sich im ständig verändernden Markt erfolgreich zu behaupten: Neben der galenischen (Weiter-) Entwicklung von Arzneimitteln, auch mit internationalen Partnern, ist Temmler Pharma eine renommierte Adresse für die Auftragsfertigung - speziell, aber nicht ausschliesslich für Retard-Zubereitungen und Arzneimittel in Kapseln. Das dritte Standbein schliesslich stellt die Vermarktung von ZNS- und Magen-Darm-Präparaten inklusive des dazugehörigen Informationsservices für Ärzte und Apotheker dar.

Aufgrund dieser sehr spezifischen Unternehmensstrategie wurde schnell klar, dass ein passendes Standortkonzept für Temmler Pharma sowohl vielseitig als auch flexibel zu gestalten war. Es musste den vielfältigen vorhandenen Anforderungen genügen, gleichzeitig aber auch auf kurzfristige Änderungen reagieren können.

Mit der Beratung fing alles an
Als sich Temmler Pharma Anfang 2002 entschied, die Produktionskapazität durch die Anschaffung von zusätzlichen Maschinen zu erweitern, ging man davon aus, den notwendigen Platzbedarf mit einem Anbau an die bestehende Produktion decken zu können. Nach einer kurzen Beratung mit Chemgineering entschied Temmler Pharma sich jedoch, eine Konzeptstudie in Auftrag zu geben, die den ganzen Produktionsstandort inklusive Nebenfunktionen berücksichtigen sollte. Der Grund hierfür war einerseits, dass die bestehende Produktion unter GMP-Gesichtspunkten ohnehin modernisiert werden musste. Auf der anderen Seite sollte der Umbau zukünftige Erweiterungen der Produktionskapazität ohne grössere bauliche Massnahmen ermöglichen.


Links: Aussenansicht des neuen Produktionsbaus

Der Neubau als Lösung .
Wichtig war von Beginn an, dass jeder Bereich, d.h. Produktion, Lager, Verpackung und Nebenfunktionen, ohne Beeinträchtigung des laufenden Betriebs und der anderen Bereiche auf dem vorhandenen Betriebsgelände erweiterbar sein musste. Als Ergebnis lagen Temmler Pharma drei Versionen einer möglichen Gesamtbebauung vor, welche diese Vorgabe erfüllten und von denen eine für die weitere Planung ausgewählt wurde. Kernstück des Konzepts war ein Neubau, der lediglich die galenischen Funktionen beherbergen sollte; zentrale Funktionen wie Einwaage, Waschen, Umkleiden sowie die Verpackung sollten im modernisierten Altbau verbleiben. Für die Prozesstechnik wurde ein Mix aus bestehendem, modernisiertem und neuem Equipment gewählt, um so eine moderne Produktionsstätte zu optimierten Investitionskosten zu errichten.


Zwei Bebauungsvarianten

. und die Umsetzung
Im Herbst 2002 beauftragte Temmler Pharma Chemgineering schliesslich mit der Entwurfs- und Ausführungsplanung, inklusive der Erstellung der Ausschreibungsunterlagen für die Gewerke Bau, technische Gebäudeausrüstung und Prozesstechnik. Nach knapp einjähriger Planungszeit wurde mit dem Bau des neuen Produktionsgebäudes und der Modernisierung des Altbaus begonnen. Das Konzept sah vor, nach Fertigstellung der Reinräume zunächst das neu beschaffte Equipment zu installieren und in Betrieb zu nehmen, so dass die Produktion im Altbau nicht unterbrochen werden musste. Nach und nach wurde dann das bestehende Equipment umgezogen, installiert, in Betrieb genommen und requalifiziert.

Während der Bauzeit musste die Produktion nie komplett unterbrochen werden. Das Ergebnis ist heute eine moderne Produktionsstätte, die sämtlichen GMP-Anforderungen der EU und der FDA genügt und Temmler Pharma nicht nur heute die notwendige Produktionskapazität nach modernstem Standard bietet. Durch das flexible Raumkonzept ist auch die Erweiterung der Produktionskapazitäten durch den Einbau neuer Prozessmaschinen ohne nennenswerte Unterbrüche der Produktion möglich.

Das Fazit
Durch das Einbeziehen eines Pharmaplaners auf der einen und des Entscheiders mit weiteren Beteiligten auf der anderen Seite konnte ein massgeschneidertes Standort- und Gebäudekonzept entwickelt werden, das den heutigen und zukünftigen Anforderungen vollauf gerecht wird und das alle Beteiligten mittragen. Von Anfang an hat das Projektteam die Entscheidungsgrundlagen transparent dargelegt und stets auch Alternativen aufgezeigt.

Die offene, kreative Atmosphäre während der Planungsphase sowie die gute Kommunikation zwischen Auftraggeber und Planer sorgten für effizientes Arbeiten und nachhaltige Lösungen. So konnten sowohl die Kenntnis der internen Abläufe auf Kundenseite als auch die Erfahrungen von Chemgineering im Hinblick auf Machbarkeit und Umsetzungsprocedere solcher Vorhaben in das Projekt einfliessen und zu einem gelungenen Ergebnis führen.

Tim Walter

   
Viel Wasser ist den Ganges hinuntergeflossen .
Lieferantenqualifizierung in Asien am Beispiel Indien
   
  . seitdem wir Ihnen das erste Mal (im Newsletter vom August 2003) von unseren Aktivitäten rund um die internationale Lieferantenqualifizierung berichteten. Heute erfahren Sie mehr über unsere Erfahrungen der letzten drei Jahre und die Tendenzen in Asien. Wir können uns dabei auf eine Vielzahl an API-Audits berufen, die wir dort für verschiedene pharmazeutische Hersteller durchgeführt haben.

Die Situation vor Ort

Lagerung
Entlang des Materialflusses ergeben sich immer wieder Mängel in den Lagerbedingungen. So werden durchaus nicht zum Firmengelände zählende, schlecht kontrollierte Aussenlagerstätten genutzt. Häufig gefundene Mängel sind fehlende Gebinde-Identifikation, mangelhafte Einwiegebereiche, Unmöglichkeit für FIFO - first in first out. Generell ordentlich ist dagegen die Unterscheidung der Gebindelagerorte für Quarantäne, zurückgewiesene oder freigegebene Materialien geregelt.

Umfeld
Die Umfeldbedingungen der chemischen Synthese variieren recht drastisch. Hier reicht das Spektrum vom praktisch geschlossenen Prozess in sauberer Umgebung bis hin zur Produktion in Reaktoren, deren Mannlöcher lediglich mit Auflageplatten abgedeckt sind und in einer nicht kontrollierbaren Umgebung betrieben werden. Reinigungs- und Prozessstatus sind nicht durchgängig korrekt identifizierbar, Wartungsarbeiten beeinflussen immer wieder vor- oder nachgeschaltetes Equipment, das dann nachweislich nicht in adäquater Weise vor erneutem Prozessbeginn gereinigt wird.

Change Management
Das Bewusstsein für ein dokumentiertes und gelebtes Change Management in der Produktion lässt in aller Regel ebenfalls noch Raum für Optimierungen. Qualifizierungssysteme fehlen in aller Regel vollständig.

Qualitätsmanagement
Dagegen stellen sich die Qualitätsbereiche oftmals deutlich besser dar, da sie durch ihre Auditerfahrungen meist näher am Geschehen sind. Regelungen für Produktprüfungen und deren Nachweise sind in gut organisierter Dokumentation üblicherweise schnell zu finden. Labore sind adäquat ausgestattet, allerdings sind die dort eingesetzten Computersysteme selten in unserem Qualitätsverständnis gemäss GAMP 4 qualifiziert/validiert.

Out-of-Specification-Fälle treten überraschend selten auf! Entsprechende Regelungen (SOPs) existieren, da sie immer wieder von Inspektoren nachgefragt werden. Wiederaufarbeitung und Rückgewinnung wird offiziell nicht oder nur ganz selten betrieben. Daten der letzten zwei Jahre sind nur sehr eingeschränkt verfügbar. Die zur Vorlage kommenden Annual Product Reviews (APR) weisen in aller Regel sehr stabile Produkte nach, die Qualität der Datenbasis hierfür ist jedoch sehr heterogen. Dem entsprechen auch die verfügbaren Daten für das Complaints Management. Eine standardisierte Aussage ist "No complaints during the last five years". Unvorstellbar.

Fazit
Asiatische Hersteller sind nach unserer Erfahrung unbedingt willig, die von ihren Zielländern geforderte Qualität und deren Nachweise zu liefern. Der erkennbare, teilweise risikoignorierende Pragmatismus resultiert jedoch nicht hauptsächlich aus dem vorhandenen Kostendruck (z.B. in Europa), sondern eher aus dem Ehrgeiz, in Asien einer der führenden oder sogar der führende Hersteller zu sein. Alleine auf Zertifikate zu vertrauen ist aus Sicht der verantwortlichen Herstell- und QK-Verantwortlichen sicherlich falsch. Die Realität vor Ort zeigt dies deutlich.

Frank Studt

   
Chemgineering Referenzen zeigen Vielseitigkeit und Internationalität
Der Jahresbericht 2005 kann jetzt bestellt werden
   
 

Pünktlich zur Achema in Frankfurt am Main konnten wir unseren Jahresbericht 2005 vorlegen. Auch für ihn gilt unsere Devise: "Genau hinschauen. Mehr entdecken." Auf Wunsch senden wir Ihnen gerne ein Exemplar zu.

Wie breit mittlerweile unser Leistungsspektrum geworden ist, in wie vielen internationalen Pharma- und Biotechmärkten die Chemgineering Gruppe Projekte realisiert, soll Ihnen an dieser Stelle ein kleiner Auszug aus unserer aktuellen Referenzliste wiedergeben.


USA
Technische Projektleitung und Werksabnahme einer Reinstwasseranlage


Indien
GMP- und Q-Audits bei API Herstellern


China
GMP- und Q-Audits bei API Herstellern


Russland
Konzept für eine phytochemische Anlage


Ukraine
Basic Engineering einer Syntheseanlage für Pharmaprodukte

Konzepterarbeitung für eine Anlage zur Herstellung medizinischer Salben


Georgien
Konzepterarbeitung für eine Formulierungsanlage zur Produktion fester Darreichungsformen


Tschechien
Konzeptstudie für eine Mehrzweck-Aufarbeitungsanlage für biotechnologische Produkte


Spanien
Adaptive-Supply-Chain-Beratung


Schweiz
Planung einer Anlage für feste Formen als klinische Prüfmuster

Modernisierung einer Impfstoff-Produktionsanlage

Planung und Realisierung einer Abfüllanlage für Sterilspritzen

Planung und Realisierung einer Anlage für sterile Testmuster


Österreich
Qualifizierung von Laborgeräten

Validierung eines LIMS-Systems

Modellierung von Geschäftsprozessen

FDA Readiness Analysen

GMP Upgrade Konzept für biotechnologisch hergestellte Hormone


Deutschland
Engineering und Konstruktion einer Produktionsanlage für sterile Testmuster (API)

Detailplanung einer Produktionsanlage für Arzneimittel

FDA Compliance Beratung, System Validierung: SAP, ORACLE, Entwicklungssysteme

GMP Compliance Programm: Kühlkettenvalidierung, Validierung Raumdesinfektion

Inspektionsvorbereitung und Begleitung: FDA/cGMP-Compliance-Programm, Zulassungsunterstützung USA

Modernisierung und Qualifizierung einer Produktionsanlage für feste Formen

Validierungsmanagement für ein globales Enterprise Content Management

Aus den branchenüblichen Geheimhaltungsgründen nennen wir weder Auftraggeber noch die genauen Standorte.

Markus Meier

   
Wie man die Übersicht über die Validität der Computersysteme behält
Ein Bericht aus einem international stark expandierenden Pharmaunternehmen
 
  Ein schnell wachsendes Pharmaunternehmen muss auch intern das Tempo der Veränderungen und wachsenden Anforderungen wie z.B. an die eingesetzten Computersysteme in den Griff bekommen. Sonst ist man nicht vor unangenehmen Überraschungen gefeit. Neben dem Risiko, das bei der Nichteinhaltung regulatorischer Vorgaben mit den bekannten Konsequenzen droht ("compliance risk"), kann es dabei auch um einen unter Umständen hohen finanziellen Schaden beim Unterbruch bestimmter geschäftskritischer Systeme gehen.

Vernetztes Arbeiten weltweit wird erst durch den Einsatz moderner Softwareapplikationen möglich. Man denke zum Beispiel an Systeme, die
. medizinische Sicherheitsinformationenund klinische Daten verwalten
  ("Adverse Event Reports" mit vertraulichen Patientendaten)
. Berichte an Behörden erstellen und einreichen (z.B. PSUR Periodic
  Safety Update Report) oder
. global interne Verfahrensanweisungen (SOPs) verwalten
. Finanzdaten verwalten

Aber auch lokal arbeitende Systeme wie HPLC's (high-performance liquid chromatography), andere Laborgeräte und Maschinensteuerungen werden mit Computern betrieben und fallen unter die behördlichen Anforderungen der Computervalidierung. Diese Computersysteme "leben" - sie verändern sich durch Updates, neue Applikationen oder auch nur Versionswechsel der Betriebssysteme, auf denen die Systeme laufen. Alles in allem wird schnell eine unüberschaubare Komplexität an Systemen erreicht. Es sind nicht zuletzt die geografischen Distanzen, die es kaum noch möglich machen, die Übersicht zu behalten - vor allem dann, wenn eine kleinere Änderung an einem Ort eine entscheidende, aber nicht offensichtliche Änderung an einer anderen Stelle zur Folge hat.

Systeme global im Griff
Aus dieser Situation heraus stellt sich immer wieder die Frage, wie man das Ganze führen und darüber hinaus noch Vorteile für technische und organisatorische Synergien ziehen kann. Um solche Vorteile nutzen zu können, hat sich das expandierende Pharmaunternehmen entschlossen, eine webbasierte Applikation* einzuführen. SyCoMor ermöglicht es einerseits der zentralen IT-Abteilung, die technischen Eigenschaften von Systemen und Anwendungen global zu überwachen. Andererseits erleichtert sie den Benutzern und Qualitätsverantwortlichen die Anwendung der unternehmensweiten Validierungsrichtlinien.

SyCoMor wird nun folgende Aufgaben unterstützen:

. Eine einheitliche Vorgehensweise zur Qualitätssicherung einführen und
  gewährleisten
. Alle im Unternehmen eingesetzten Systeme erfassen und bewerten im Sinne
  der GMP-Relevanz (muss validiert werden/muss nicht)
. Vorhandene Mängel aufdecken - bei der Systemaufnahme sowie durch
  Audits und Inspektionen - und deren Behebung begleiten
. Änderungen und ihre Auswirkungen auf die Compliance kontrollieren
  und damit Risiken vermindern
. Audits und Inspektionen effizient vorbereiten helfen (Welche Dokumente
  müssen vorliegen?)
. Zeitverluste durch Suchen verhindern und Synergien in der Organisation und
  Technik durch Transparenz fördern
. Änderungen der eigenen oder behördlichen Anforderungen global verwalten
  helfen
. Die Abhängigkeiten der Systeme untereinander abbilden

Den Nutzerkreis der webbasierten Applikation stellt die folgende Abbildung dar.

Die Informationen über die eingetragenen Computersysteme lassen sich von den verschiedensten Abteilungen mit ihren spezifischen Fragestellungen nutzen. Das Einstiegsmenu gibt einen sofortigen Überblick über die Anzahl und den eingeschätzten Compliancestatus der eingesetzten Systeme und dem damit verbundenen "Gesamt-Restrisiko der Unternehmung", nicht kunden- und behördenkonform zu sein.

Die hier zusammengefassten Ergebnisse, die sich bis ins Detail offen legen lassen, basieren auf den Angaben in den "eingebauten" Fragebögen:

. nach der GxP-Relevanz (Muss dieses System validiert werden?)
. nach der Checkliste bei Vorliegen der GxP-Relevanz (Sind alle
  Validierungsschritte und -dokumentationen getan?)
. nach der Erfüllung der Vorschriften des Part 11
  elektronische Aufzeichnungen
  elektronische Unterschriften
. nach der Einschätzung des "Restrisikos" der Nicht-Einhaltung der Konformität
. nach bereits durchgeführten Inspektionen

Abweichungen von der Norm behördlicher Vorschriften ("Not compliant") werden systematisch festgestellt, Vorschläge und Zeitplan zu deren Behebung systematisch verfolgt (Remediation Plan).

Auch Änderungen in unternehmensweiten Richtlinien zur Computervalidierung oder Änderungen in den behördlichen Anforderungen können transparent, einheitlich und damit Kosten sparend gemanagt werden.

Gute Figur machen beim Audit
Unvergleichlich gross ist nun der Vorteil, wenn Inspektionen oder Kundenaudits vorbereitet werden müssen: Statt eines aufgeregten Recherchierens und Zusammenstellens, welche Dokumente gezeigt werden müssen und Überprüfens, ob diese wohl alle in Ordnung sind, genügt es nunmehr, sich die erforderliche Dokumentenliste ("Pickliste") ausdrucken zu lassen, mit zugehörigem Systemreport oder gar dem "Remediation Plan". So lassen sich Überraschungen während der Audits minimieren - in jedem Fall präsentiert man sich vorbereitet und gut organisiert, selbst wenn im Detail dann doch die eine oder andere Unzulänglichkeit zutage träte. Der gesamthafte Eindruck beim Auditor, dass man seine Systeme im Griff hat, wird damit kaum beeinträchtigt.

Das "Go Live" der neuen Applikation hat sich reibungslos vollzogen und die ersten positiven Feedbacks der Nutzer liegen vor. Mit grosser Zuversicht werden die Detailarbeiten fortgesetzt und alle Systeme der Unternehmung registriert und eingeschätzt, alle Compliance-Anforderungen werden nunmehr zentral gesteuert.

Dr. Rudolf Frank
Head of Global Quality Management
Actelion Pharmaceuticals Ltd.

Dr. Hans-Günter Scheurell

   
Biotech-Start-up meets GMP
Auf dem Weg vom forschungsorientierten zum produktorientierten Unternehmen
 
  Die Entwicklung eines erfolgreichen Arzneimittels ist das Ziel vieler Start-up-Unternehmer aus der Life-Science-Branche.

Nach einer mehrjährigen Entwicklungsarbeit im Labor, die im Erfolgsfall mit der Identifikation eines potenziellen Wirkstoffkandidaten endet, ist eine intensive klinische Prüfung gefordert - eine Phase, in der wissenschaftsgetriebene Start-up-Unternehmen häufig erstmals mit dem hochregulierten Pharma-Umfeld konfrontiert werden. Klinische Prüfmuster müssen unter validierten GMP-Bedingungen mit definierter Qualität hergestellt werden. Die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten sind ebenfalls exakt zu dokumentieren.

Dieser erste Schritt des Start-up-Unternehmens in Richtung Vermarktung bringt sehr komplexe Aufgaben mit sich. Das Management wird mit neuen Anforderungen konfrontiert, die im reinen Forschungsumfeld keine Rolle spielen.

Informationspflicht ist zu erfüllen
Die amerikanische Behörde FDA fordert für jede Phase der Entwicklung das Einreichen "ausreichender Information", um die Identität, die Qualität, die Reinheit und die Stärke der Wirkstoffkandidaten charakterisieren zu können. Dabei wird der geforderte Detaillierungsgrad bzw. der Informationsstand vor dem Hintergrund der Produktsicherheit und des Patientenschutzes eng mit den klinischen Prüfbedingungen verknüpft:

"Although in each phase of the investigation sufficient information should be submitted to assure the proper identification, quality, purity, and strength of the investigational drug, the amount of information needed to make that assurance will vary with the phase of the investigation, the proposed duration of the investigation, the dosage form, and the amount of information otherwise available"

(21CFR312.23(a)(7); Guidance for Industry: Content and Format of Investigational New Drug Applications (INDs) for Phase1 Studies of Drugs, Including Well-Characterized Therapeutic Biotechnology-Derived Products)

Während für präklinische Prüfmuster die Äquivalenz zum späteren GMP-Material noch nicht nachgewiesen werden muss, ist die Validierung der analytischen Prüfverfahren für Gehalt und Aktivität des Wirkstoffkandidaten für Phase-I-Material eine Voraussetzung. Der Herstellprozess, der während der Phase-II-Studien noch einer Optimierung und einer Massstabsvergrösserung vom Labor in den Pilot-Massstab unterliegt, muss für die Produktion von Phase-III-Material in einem qualifizierten Umfeld ablaufen und vollständig validiert sein. Auch wenn die FDA im Januar 2006 die Anforderungen für Phase-I-Materialien erleichtert hat, sind für viele Start-up-Unternehmen diese Hürden nur mit Partnern aus der Industrie und unter Einsatz von externen Beratern zu nehmen.

Chemgineering begleitet den Markteintritt
Auf dem Weg zur erfolgreichen Entwicklung eines Wirkstoffkandidaten aus dem Labor über die Klinik zur Marktzulassung wird das Zusammenspiel zwischen dem forschenden Start-up-Unternehmen und dem Kooperationspartner aus der pharmazeutischen Industrie häufig durch einen Lohnhersteller (Contract Manufacturing Organisation, CMO) und durch eine Contract Research Organisation (CRO), die das Management der klinischen Studien übernimmt, komplettiert.

Chemgineering hat in den vergangenen Monaten verschiedene Start-up-Unternehmen auf dem Weg aus der Forschung hin zu einem zugelassenen Wirkstoff beraten. Kooperationsverträge, die diese Start-ups mit etablierten Pharmaunternehmen haben, vergrössern den finanziellen Spielraum der forschungsorientierten Start-ups und machen auf der anderen Seite das Risiko für die Pharmaindustrie kalkulierbar. Aus Sicht der Start-ups sind Kostenminimierung und effizienter Einsatz der begrenzten Mittel wichtige Erfolgsfaktoren.

Gründliches cGMP-Fachwissen wird aufgebaut
Die individuelle Beratung, die Chemgineering diesen Unternehmen zur Verfügung stellt, erfolgt dabei auf verschiedenen Ebenen. Neben dem Aufbau eigener Qualitätssysteme, der Auswahl geeigneter Kooperationspartner und der Planung qualifizierter cGMP-konformer Produktionsumgebungen steht immer wieder der effiziente Einsatz der Mittel für die Anlagenqualifizierung und die Prozessvalidierung im Fokus. Ein intensiver Coaching-Prozess für das Management dieser Firmen begleiten diese Projekte. Die wesentlichen Grundlagen der "GMP-Philosophie" sind dabei in der Regel auf allen Ebenen des Managements bekannt. Detailliertes Fachwissen und Expertise bei der Interpretation und der Umsetzung der cGMP-Guidelines in die Praxis müssen dagegen erst geschult und aufgebaut werden.

Die Schulungsschwerpunkte orientieren sich am Wissensstand der jeweiligen Firmen, den spezifischen Prozessanforderungen sowie den Forderungen der gesetzlichen Auflagen. Den verantwortlichen Forschungsleitern, die in den ersten Jahren nach der Unternehmensgründung im Labor eine erfolgreiche Entwicklung begleitet haben, fällt dabei häufig eine wichtige Rolle beim Transfer des Prozesses in den nächst grösseren Produktionsmassstab zu. Die Verantwortung für produktionsseitige Qualitätsfragen gehört ebenfalls dazu.

Vom Start-up zum Standing als Pharmapartner
Parallel zu der begleitenden Schulungsreihe wird am Aufbau bzw. an der Komplettierung des QM-Systems gearbeitet. Schlanke Lösungen, angepasst an die jeweilige Firmenstruktur, sind das Ziel. Die diskutierten und verabschiedeten Standards müssen anschliessend geschult und im Alltag "gelebt" werden. Nur wenn alle Mitarbeiter im Start-up-Unternehmen das GMP-Verständnis verinnerlicht haben und ihren Teil zur Qualität beitragen, gelingt der Schritt von einem forschungsorientierten Start-up hin zu einem produkt- oder wirkstofforientierten Partner der pharmazeutischen Industrie.

Die erfolgreiche Begleitung dieser spannenden Übergangsphase erfordert ein hohes Mass an Expertise und ein intensives persönliches Engagement - Fähigkeiten, die unser Team bereits bei verschiedenen Kunden unter Beweis stellen konnte.

Dr. Jan Carsten Hempel

   
Das Chemgineering Büro in Wien und seine neuen Aufgaben
Erfolgreiche Erschliessung des südosteuropäischen Marktes
 
 

Als wir zu Jahresbeginn 1996 die Chemgineering Tochtergesellschaften in der Schweiz und kurz darauf in Deutschland eröffneten, stand sehr bald auch ein Unternehmenssitz in Österreich zur Diskussion. Uns war zwar klar, dass der Markt in Österreich gegenüber Deutschland und der Schweiz begrenzt ist. Für das strategische Konzept aber, ein führendes Planungs- und Beratungsunternehmen in den deutschsprachigen Ländern Europas zu werden, war die Gründung der Chemgineering Planung GmbH (CPG) absolut notwendig. Unter dieser Prämisse bauten wir also eine kleine, aber sehr feine Firma in Österreich auf.

Von Anfang an legten wir grossen Wert auf eine enge Zusammenarbeit der Schwestergesellschaften untereinander. Einerseits konnte man von den Erfahrungen in den anderen Ländern profitieren, andererseits die Vorteile des Austauschens von Mitarbeitern auf diversen Projekten für alle Seiten nutzen. Und dieses Konzept ging auf, auch die "kleine Tochter" CPG war über etliche Jahre sehr erfolgreich. Mit dem Standort Linz als Sitz der Gesellschaft und den Projektbüros in Kundl und Wien betreuten wir unsere Kunden in Österreich flächendeckend.

Da sich der Schwerpunkt der Pharmain-dustrie im Laufe der Jahre eindeutig nach Wien verlegt hat, haben wir im Jahr 2005 die ursprüngliche Zentrale im Chemiepark Linz zu Gunsten von Wien als Firmensitz aufgegeben. In der Hauptstadt etablierte sich zudem der grösste Biotech Cluster Österreichs. Und unsere Mitarbeiter siedelten nicht ungern von Linz nach Wien um, schliesslich ist für sie der Standort Wien ebenfalls sehr attraktiv. Unser jetzt grösseres Büro im 23. Bezirk weihten wir mit einem Seminarabend für Kunden am 22. September 2005 ein.

Strategische Erschliessung neuer Märkte mit Uhde
Unsere Expansionsstrategie mit Uhde, die wir seit Oktober 2003 umsetzen, hat der Chemgineering Planung GmbH eine besondere Aufgabe zugewiesen: Die erfolgreiche Erschliessung des südosteuropäischen Marktes. Für diese Rolle sind sowohl die CPG als auch der Standort Wien bestens prädestiniert.

Die Kooperation mit Uhde hat die Möglichkeiten der Chemgineering Gruppe mehrfach vergrössert:

. Zusätzlich zur überwiegenden Bearbeitung der heimischen Märkte nutzen wir
  nun den globalen Marktzutritt
. Chemgineering tritt mit Uhde weltweit nicht nur als Generalplaner, sondern
  auch als Generalunternehmer auf

Daneben betreiben wir das Stammgeschäft der Chemgineering Gruppe in verstärktem Masse.

Ausbau der guten Kontakte in Südosteuropa
Die Chemgineering Planung GmbH hat bereits vor einigen Jahren als Konsortialführer und Generalunternehmer ein Pharmaprojekt für die angesehene Firma Alkaloid in Makedonien zur vollen Zufriedenheit des Kunden abgewickelt.

Diesem Projekt folgten Aufträge in Ungarn, Slowenien, Rumänien, Serbien, Bulgarien, Makedonien, Griechenland und der Türkei, die alle erfolgreich durch die Gruppe abgewickelt wurden. Chemgineering hat mittlerweile Kontakte zu über 80 Unternehmen aufgebaut.

Für die neuen Herausforderungen bringen das Management und die Mitarbeiter neben jahrelanger Erfahrung im Pharma-, Biotech-, Beratungs- und Planungsgeschäft auch die notwendige Flexibilität und Einsatzbereitschaft mit. Parallel zum forcierten Marktaufbau geht ein Ausbau unserer Personalressourcen einher. Besonders die Engineering- und Projektabwicklungskapazitäten werden wir in den nächsten Monaten wesentlich verstärken.

Wien als Kompetenzzentrum
Im Zuge der EU-Osterweiterung und der Beitrittsverhandlungen mit den Ländern Kroatien, Rumänien und Bulgarien ist Wien zu einem zentralen Platz für wirtschaftliche Beziehungen mit diesen Staaten geworden. Auch das grosse Engagement der österreichischen Wirtschaft bringt die aktuelle Entwicklung deutlich zum Ausdruck.

So ist Österreich seit einigen Jahren einer der bedeutendsten Investoren in den osteuropäischen Reformmärkten, österreichische Banken helfen mit günstigen Krediten den örtlichen Unternehmen und österreichische Firmen haben in den letzten Jahren viele Unternehmen in diesen Ländern gekauft, sich daran beteiligt oder neue gegründet.

Darüber hinaus geniessen österreichische Unternehmen, die sich in dieser Region engagieren, eine grosse Unterstützung der österreichischen Wirtschaftskammer (WKO), die in den meisten Ländern Südosteuropas Aussenstellen unterhält.

Bereits vor einiger Zeit hat die Chemgineering Planung GmbH begonnen, die wirtschaftspolitischen Chancen der EU-Osterweiterung zu nutzen. Es wurde unter anderem gemeinsam mit der AWO (Aussenwirtschaft Österreich, die Vertretung der Wirtschaftskammer im Ausland) für Serbien und Montenegro in Belgrad eine Seminarveranstaltung unter dem Titel: "Current GMP Issues" and "Financing Options" organisiert und durchgeführt. Den Vortrag "Financing Options" hielt ein Vertreter der Raiffeisenbank International, den wir unter Mithilfe der AWO als Gastredner gewinnen konnten.

Mit einer ähnlichen Veranstaltung wurde Chemgineering bereits Ende März 2006 in Budapest der ungarischen Pharmaindustrie vorgestellt; wir erhielten darauf eine sehr lebhafte Resonanz. Weitere Seminare in Kroatien, Bulgarien, Rumänien und Makedonien sind geplant.

Dr. Armin Mayer

   
Drei Varianten zur Realisierung einer Pilotanlage
Konzeptstudie für die Produktion hochaktiver Wirkstoffe vorgelegt
 
  Innovative Trends in der pharmazeutischen Industrie fordern die Intelligenz und Kreativität von Technologieberatern stets aufs Neue. Eines der aktuellen Themen ist die Herstellung steriler Arzneimittel mit neuen hochaktiven Wirkstoffen oder Impfstoffen.

Integration einer Pilotanlage in ein bestehendes Produktionsgebäude
Gerade im Bereich Forschung und Entwicklung steigt der Bedarf, Pilotanlagen zu entwickeln, die den Anforderungen der sterilen Herstellung und Abfüllung von hochaktiven Wirkstoffen gerecht werden - wir berichteten hierzu auch in unserem Newsletter vom Februar und November 2005 (nachzulesen unter www.chemgineering.com, Leistungen/Archiv).

Von einem Pharmaunternehmen in Deutschland erhielt Chemgineering den Auftrag zu evaluieren, wie ein Technikumsbereich zur Herstellung steriler Darreichungsformen im Pilot-Massstab auf einer bestehenden Fläche zu errichten ist. Folgende Vorgaben waren dabei zu erfüllen:

. Herstellung klinischer Prüfmuster und kleinerer kommerzieller Chargen
. Die Unterstützung der laufenden Produktion
. Abfüllung von Highly Potent Drugs
. Abfüllung in diverse Formate: Vials und Spritzen, Doppelkammer-Spritzen

Eine hohe Flexibilität der Pilotanlage hinsichtlich der Primärverpackung und der Batchgrösse war ebenso gefordert wie die Möglichkeit, in bestehenden Räumlichkeiten die speziellen Auflagen für hochaktive Wirkstoffe (Lüftung, Dekontamination etc.) umzusetzen. Neben gefriergetrockneten Produkten war auch die Herstellung von Flüssigformulierungen zu berücksichtigen und die thermische Sterilisation von nicht gefriergetrockneten flüssigen Produkten mittels Autoklav.

Die Projektierung der Anlagen zur Herstellung und Abfüllung von "Highly Potent Drugs" verlangt hochsensibles Handling und spezifisches Know-how. Denn zusätzlich zu den klassischen cGMP-Anforderungen an die aseptische Herstellung und Abfüllung sind auch Auflagen zum Personenschutz zu beachten. Diese beiden Anforderungen - maximaler Schutz des Produktes und maximaler Schutz bei der Bedienung - führen in der Umsetzung zum Teil zu konträren Anforderungen, so zum Beispiel hinsichtlich der Druckzonen. Chemgineering hat die Erfahrung, wie solche kniffligen Aufgaben zu lösen sind.

Bei der Planung des sterilen Herstell- und Abfüllbereiches waren die folgenden Rahmenbedingungen zwingend einzuhalten:

. Ausschluss von Kreuz-Kontaminationen
. Massnahmen für den Umgang mit hochpotenten Wirkstoffen (Highly potent
  drugs) zu definieren
. Gefriertrocknung von organischen Lösemitteln (Ex-Schutz, Abwasser)
. Lüftungskonzept muss die Anforderungen gemäss OEL-Klassifizierung
  berücksichtigen
. Umfang beinhaltet Ansatz- und Abfüllbereich sowie die Schleusen

Komplexe Planungsziele in drei Wochen sicher erreicht
Die besondere Herausforderung an das Planungsteam bestand darin, innerhalb eines bestehenden Gebäudes auf relativ kleiner Fläche eine hohe Anzahl unterschiedlicher Abfülltechniken in separaten Bereichen einzuplanen. Zu berücksichtigen waren dabei ein optimaler Materialfluss mit geringem Personaleinsatz und die Option, später modular zu erweitern bzw. nachzurüsten.

Chemgineering beherrschte auch bei diesem Projekt die Gratwanderung zwischen absolut sicherem Produktions- und Konfektionierungsprozess auf der einen Seite und kostenoptimierten Lösungen auf der anderen Seite.

Ein klar strukturiertes Vorgehen in Verbindung mit einer sehr detaillierten Prozessanalyse führte in der extrem kurzen Zeit von nur drei Wochen zum gewünschten Ergebnis. Im Rahmen der Studie stellten wir drei Layoutvarianten mit integriertem Materialfluss, Personalfluss und einer detaillierten Kostenaufschlüsselung vor. Folgende Varianten können in die bestehende Fläche integriert werden:

a) Pilotanlage zur Abfüllung in Vials und Spritzen, jedoch ohne
    Berücksichtigung der Anforderungen an die Abfüllung von hochaktiven
    Wirkstoffen
b) Technikum mit der Möglichkeit, hochaktive Wirkstoffe in Vialformat
    abzufüllen (Isolatortechnik inkl. Gefriertrocknungsbe-
    und Entladesystem) und Abfüllung in Spritzen
b) Technikum mit der Möglichkeit, gefriergetrocknete Vials und
    Doppelkammerspritzen herzustellen

Die Studie haben wir in der vorgegebenen Zeit durchgeführt und präsentiert. Unsere Darstellung der realisierbaren Möglichkeiten mit der jeweiligen Bewertung ihrer Wirtschaftlichkeit dient unserem Auftraggeber nun als wesentliches Basisdokument für den weiteren Entscheidungsprozess.

Stephan Reuter

Dr. Walter Küng

   
Ein Paradigmen-Wechsel in der Unternehmens-IT steht an.
Auch für Pharma-Unternehmen!

SOA: Serviceorientierte Architektur. Teil 1
 
  "SOA sprengt Beton-Anwendungen": so lautete die Schlagzeile in der Beilage zur SOA-Initiative der Computerwoche vom 17. Februar 2006. Wenn man der IT-Fachpresse glauben schenken darf, dann steht der Unternehmens-Informationstechnologie (IT) ein Paradigmen-Wechsel ins Haus, wie es nur die Einführung der Client-Server-Technologie vergleichbar ausgelöst hat.

Das Konzept, Anwendungen in steuernde Programme (Service-Verbraucher) und allgemein verwendbare fachliche oder technische Funktionen über automatische Programme (Services) aufzuteilen, scheint nicht so neu. Dass Geschäftsprozesse und deren flexible Anpassung im Zentrum des Interesses stehen, ist allerdings neu. Diesen Veränderungen werden sich auch die pharmazeutische und chemische Industrie nicht entziehen können. Im 1. Teil dieses Artikels werden wir die technischen Aspekte erläutern, während die Auswirkungen im regulatorischen Umfeld in der nächsten Newsletter-Ausgabe diskutiert werden.

Das Ende kostspieliger Zusatzprogrammierungen?
Bisher wurden betriebswirtschaftliche Aufgaben mit Hilfe von Standardsoftware (z.B. SAP R/3) oder Eigenentwicklungen gelöst. Aber: Wünsche von Abteilungen und Niederlassungen, wechselnde Marktsituationen usw. zwingen die Unternehmen zu grossen Anstrengungen und Zusatzprogrammierungen. SOA ist nun ein neuer Ansatz dieses Dilemma zu lösen. Kleine, fachliche Funktions- bzw. Prozesseinheiten, die so genannten "Services", werden ohne weitere Programmierung mittels einer modellgestützten Konfiguration an vorhandene oder zukünftige Prozesse angepasst bzw. neu zusammengestellt (Orchestrierung). Basis für die Erstellung der Bausteine (Services) sind die heute verfügbaren Internettechnologien "Webservices Definition Language" (WDSL), "Universal Description, Discovery and Integration" (UDDI) und das "Simple Object Access Protocol" (SOAP) sowie Repositories zur Ablage und Verwaltung. Zur Beschreibung der Geschäftsprozesse dient die "Business-Process Execution Language" (BPEL), ein noch nicht endgültig verabschiedeter Standard.

Historisch gewachsene Systeme hinterfragen
In der Vergangenheit waren Anforderungen z.B. aus Materialwirtschaft, Auftragsverwaltung, Finanzen, pharmazeutischer Produktion usw. Ausgangspunkt für die Entwicklung. Diese Unternehmensfunktionen wurden durch angepasste Standardsoftware oder proprietäre Eigenentwicklungen optimal unterstützt. So entstanden unabhängige IT-Systeme (Silos), die an der Aufbauorganisation orientiert waren. Als Folge benötigte jedes "Silo" eigene Datenhaltungen mit entsprechenden Redundanzen. Es wurden fest definierte Prozesse innerhalb der Anwendungen implementiert, aber Systemgrenzen konnten nur schwer überwunden werden. Schnittstellen in grosser Zahl mit entsprechendem Pflegeaufwand und Dateninkonsistenzen sind weitere Folgen, da die Systeme nicht dazu ausgelegt waren, Prozessketten durchgängig zu unterstützen. Zusätzlich wurden die Systeme über Workflow-Add-Ons und Programm-zu-Programm-Kopplungen ergänzt, um doch noch "Prozessorientierung" aufzupfropfen.

Harmonische Architektur statt heterogener IT-Landschaft
Die Forderung, dass Geschäftsprozesse die Anforderungen an ein IT-System zu bestimmen haben, führt dazu, dass neue Architekturen gefunden werden müssen. Prozesse schneller gestalten, einführen, ändern, verwalten: das ist das Gebot der Stunde. Ein funktionierendes Geschäftsprozess-Management (GPM oder BPM - Business Process Management) ist daher sowohl Basis als auch Treiber für die Einführung von SOA. Prozesse durchlaufen dabei verschiedene Phasen

. Strategische Planung
. Design
. Implementierung
. Controlling
. Iterative Optimierung

Die Wiederverwendung der einmal entwickelten Services in neuen Zusammenhängen für neue Prozesse ist erklärtes Ziel, um Entwicklungskosten zu sparen. Jeder Service muss als "Black-Box" verwendet werden können. Daher müssen die Schnittstellen der Services eine hohe Stabilität aufweisen und der Benutzer muss die Bedeutung und den Nutzen der Services erkennen (Dokumentation, Präsentation). Für die Verwaltung und Kopplung der Services sind eigene, neue Software-Tools notwendig (z.B. IBM-WebMethods, SAP-Netweaver, Oracle-Fusion u. a.).

Think big - Start small Die Unternehmen des regulierten Marktes unterliegen ebenfalls den einschneidenden Veränderungen ihrer IT. Bei der Einführung von SOA sind folgende, kritische Erfolgsfaktoren zu beachten:

. Das TOP-Management muss SOA als Voraussetzung für Prozessoptimierung
   und -unterstützung anerkennen.
. SOA ist nur unternehmensweit umsetzbar und muss daher auch in den
   Fachbereichen anerkannt werden.
. SOA benötigt gute Architekturkonzepte, Regelwerke und projektüber-
   greifenden Support.
. SOA ist prozessgetrieben. Daher müssen sich Fachbereiche mit Prozess-
   modellierung und die IT mit den Fachnotwendigkeiten befassen.
. Wieder verwendbare und dauerhafte Services funktionieren nur mit hoher
   Qualitätskontrolle.
. Semantische Integration: die Schnittstellen der einzelnen Services
   müssen sich verstehen. Daher sind Definition und Verwaltung sehr wichtig.
. Skalierbare und sichere Technologien sind erforderlich, um die Performance
   sicherzustellen.
. Die Verantwortungsregelungen im Unternehmen müssen sich an den
   Prozessen und Services ausrichten.
. Die Mitarbeiter müssen ausreichend geschult werden.
. Think big - Start small: Die Umstellung eines Unternehmens auf SOA ist
   ein langer Prozess und man muss mit ausgewählten Pilotprozessen starten.
   Nach und nach können dann weitere Unternehmensbereiche umgestellt
   werden. Generell gilt: Je beweglicher das Umfeld eines Unternehmens,
   desto nützlicher kann SOA sein.

Welche Auswirkungen diese neuen, offeneren Architekturen auf die Validierungsaufgaben in einem Unternehmen des regulierten Marktes haben, wollen wir im 2. Teil dieses Artikels diskutieren.

Dr. Thomas Karlewski

   
Erfolg auf der Achema 2006
 
 

Wer genau hinschaute, konnte vom 15. bis 19. Mai 2006 mehr entdecken auf dem Chemgineering Stand in Halle 9.1 der Messe Frankfurt: Das erweiterte Leistungsspektrum für die lokalen und internationalen Märkte - wie zum Beispiel unsere aktuellen (Vortrags-) Themen in der industriellen Biotechnologie. Oder, auf mehreren Monitoren, die jüngsten Stellenangebote für Fachleute. Und schliesslich ganz erstaunliche Insekten, die sich als "Wandelnde Blätter" fast unsichtbar machten zwischen den Brombeerblättern im Terrarium.

Besondere Aufmerksamkeit bewiesen auch die Teilnehmer an unserem Wettbewerb "Chemgineering kennen und Hightech gewinnen", den wir auf der Messe und zeitgleich auf unserer Webseite ausgeschrieben hatten. Wir freuen uns über das grosse Interesse der vielen Besucher auf unserem Stand, über die guten, anregenden Gespräche mit internationalen Gästen, mit unseren lang-jährigen und neuen Kunden und mit potenziellen Bewerbern. Die Präsenz auf der Achema hat sich wieder einmal rundum gelohnt!

Markus Meier

   
Versteinerte Technik - Kunst auf dem Messestand
 
  Peter Bernhard ist ein erfahrener Ingenieur und seit 1999 hauptberuflich Künstler. In diesem Jahr stellte er seine steinernen Skulpturen auf der Achema aus, auch auf dem Chemgineering Messestand. Wir fragten ihn:

Ingenieur und Künstler - ist das nicht ein Widerspruch?
Peter Bernhard: "Für mich bereichern sich die Berufe gegenseitig. Die besondere Atmosphäre technischer Zentralen und Betriebe hat mich schon immer fasziniert: In meiner künstlerischen Tätigkeit als Steinbildhauer überführe ich Fragmente technischer Anlagen durch einen beschleunigten virtuellen Fossilisationsprozess in steinerne Zeugen unserer Zivilisation."

Was steckt hinter diesem Konzept der "kunstvollen" Alterung?
Peter Bernhard: "Der behauene Stein wird zum archaischen Medium im Spannungsfeld zwischen Schnelllebigkeit und Unvergänglichkeit. Dank der grosszügigen Unterstützung, unter anderem durch Chemgineering und Uhde, konnte ich jetzt meine Werkreihe "Industrieprofile" erstmals auch auf der Achema in Frankfurt am Main präsentieren."

Die firmenspezifisch entwickelten Werke von Peter Bernhard haben ihren Bezug in Produkten und Visionen der Auftraggeber: Integriert in den Eingangsbereich von Firmen, sind sie Symbol einer technisch innovativen Unternehmenskultur, die auf Dauerhaftigkeit setzt.

Weitere Informationen sind zu finden unter www.peter-bernhard.ch

   

 
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