Um frühzeitig auf Marktentwicklungen reagieren zu können, beabsichtigt Aspen Pharmacare – grösster Pharmaprodu-zent in Südafrika – eine Erweiterung der
Verpackungskapazität für Tabletten und Kapseln in Kunststoffbehälter. Unsere Aufgabe bestand darin, den Kunden mit einer strukturierten Vorgehensweise in
der Definition des Projektumfangs zu unterstützen. Dazu sollte in verschiedenen Szenarien der künftige Personal- und Materialfluss ablesbar sein sowie die erforderlichen Produktions- und Lagerkapazitäten sowie die notwendigen Produktions- und Technikfläche. Als Zeitrahmen war ein Workshop von vier Arbeitstagen vorgegeben.

Szenarien bis 2010 simuliert
Chemgineering stellte Aspen im Vorfeld des Workshops eine umfassende
Frageliste und eine Agenda des Workshops zur Verfügung. So lagen während des Workshops alle Basisdaten vor und waren im Questionaire festgehalten. Ein tägliches Summary Meeting mit allen zuständigen Abteilungen stellte eine ziel- und ergebnisorientierte Vorgehensweise sicher. Die benötigten Verpackungs- und Lagerkapazitäten wurden mit einer Excel-Auswertung des Produktionsprogramms bis 2010 simuliert und in drei Szenarien aufgeteilt: Minimum-Kapazität, Maximum-Kapazität und eine mittlere Kapazität, basierend auf aktuellen Forcast-Daten. Mehrere Layouts zeigten die mögliche Variationsbreite.
Der Workshop und das Ergebnis
1. Tag: Informationen bündeln
Den Auftakt am ersten Workshop-Tag machte das Zusammentragen der
notwendigen Informationen aus den Abteilungen: Produktion, Lagerhaltung,
Marketing-, Produktionsforcast und Engineering. Damit waren alle Workshop-Beteiligten auf einem gemeinsamen Informationslevel.
2. und 3. Tag: Task Force Teams bilden
In den darauf folgenden Tagen lösten Task Force Teams, die wir mit dem Kunden bildeten, die anstehenden Aufgaben. Während ein Team die benötigten Prozess-anforderungen in detaillierten Blockdiagrammen aufzeichnete, generierte ein zweites Team eine umfassende Datensammlung als Grundlage für die Kapazitäts-berechnung der Produktion und des Lagers. Ein Raumfunktionsdiagramm wurde entworfen, das den funktionalen Zusammenhang der zusätzlich benötigten Produktions-, Technik- und Lagerflächen mit der bestehenden Fabrik darstellt. Diese Darstellung sollte aufzeigen, wie die zusätzlich benötigten Raumfunktionen optimal hinsichtlich Personal- und Materialfluss in die bestehende Fabrik zu integrieren waren.
4. Tag: Layouts erstellen
Den letzten Workshop-Tag nutzten wir zum Anfertigen von Layoutdrafts, abschliessend diskutierten und hinterfragten wir die erarbeiteten Daten und Dokumente. Unser Kunde zeigte sich von der hohen Effizienz und Professionalität, mit der wir die Aufgabe angepackt, strukturiert und gelöst hatten, sehr beeindruckt.
Bereits kurze Zeit nach dem Workshop wurde Aspen Pharmacare die Enddokumen-tation übergeben. Jetzt konnte der Kunde die ausgehändigten Dokumente und das Kapazitätsberechnungstool nutzen, um sie inhouse noch weiter zu verfeinern und die Projektgenehmigungsunterlagen in Eigenregie zu erstellen. Bereits vier Monate nach dem Workshop war das Investitionsvorhaben genehmigungsreif und wurde Aspen-intern freigegeben.
Fazit
In enger Zusammenarbeit mit Aspen Pharmacare entstand im vorgegebenen Kosten- und Zeitrahmen ein Konzeptpaket, dessen Effizienz den Kunden nachhaltig überzeugte. Weitere strategische Entscheidungen konnte er erfolgreich darauf aufbauen.
Siegbert Weber

|