| Newsletter 03-07 Inhaltsübersicht | |
| Computerized Systems Validation eines SAP R/3-Systems im Routinebetrieb | |
Ein Modellfall: Die Unternehmensführung entscheidet die Anwendung eines Produktes zu erweitern. Das Produkt ist schon lange eingeführt, aber die neue Anwendung würde den Markt auf Medizinprodukte erweitern. Als Folge sieht sich das Unternehmen den Regularien der FDA, der EU und des GAMP4 unterworfen. Seit Jahren erfolgreich am Markt, Merger und Demerger-Aktivitäten und verschiedene IT-Projekte hinter sich, wurden produktionsnahe EDV-Systeme, die eigene Software-Entwicklung, die IT-Prozesse ohne Rücksichtnahme auf diese Vorschriften entwickelt. Und nun muss eine kleine Unternehmenseinheit, welche den neuen Markt mit dem neuen Produkt bedienen soll, »compliant« werden. Was wird jetzt noch geprüft? Ist dieses Szenario eine Fiktion? Chemgineering als langjähriger CSV-/ Compliance-Beratungspartner füllt genau diese Lücke. Seit über 10 Jahren berät Chemgineering ihre Kunden in genau diesen Situationen, wie natürlich auch bei Neu-Einführungen von Produkten, Prozessen und IT-Systemen.
Ausschnitt der Prozess-Aktivitäten Matrix (PAM): SAP R/3 ist viel zu komplex, um es als Ganzes zu validieren. Um die cGMP-/Part 11 kritischen Prozesse und Aktivitäten zu identifizieren, wurden in einer Prozess-Aktivitäten-Matrix die Geschäftsprozesse und ihre zugehörigen Aktivitäten über eine Risiko- und Wichtigkeitsbetrachtung sortiert. Basis dieser Aussagen waren das Benutzerrollen- und Berechtigungskonzept und eine RBE-Plus-System-Analyse durch die IBIS-Prof.Thomé AG. Auf diese Weise wurden ca. 75 Prozesse und ca. 110 Aktivitäten identifiziert. Dabei enthält ein Prozess mindestens eine oder mehrere Aktivitäten und eine Aktivität mindestens eine oder mehrere SAP-Transaktionen/-Programme. Gemäss des V-Modells und der definierten Dokumentationsstrukturen wurden die Prozess- (als URS – User Requirement Specification), die Aktivitäten- (als FS – Functional Specification) und die Customizing- und Programmierbeschreibungen (als DS – Software Design Specification) erstellt. Notwendige, in Betrieb befindliche Add-Ons (auch von Drittanbietern) wurden, sofern als GMP-kritisch eingestuft, in die Betrachtungen mit einbezogen.
Angepasstes V-Modell für eine retrospective Validierung: Die Hardware-Specification, der aktuelle Softwarezustand und die wichtigen Veränderungen der Vergangenheit seit der Installation wurden im Erfahrungsbericht dargestellt. Um die Design-Phase mit dem Design-Phase-Exit Report abzuschliessen, wurde für die OQ/PQ-Phase ein Testplan definiert. In diesem wurden Testwerkzeuge, -strategien, -abläufe usw. auf einem generischen Level beschrieben. Die Testdurchführung wurde in einer Test-SOP beschrieben. In einzelnen Testcases wurden die auszuführenden Einzeltests verbindlich mit Input-/Outputdaten, Enter-Click-Beschreibungen festgelegt. Modellfall und Realität
Validierungsprozess bis zum Abschluss der Design-Phase (DQ): Die für die Funktions- (Aktivitätenlevel) und Akzeptanztests (Prozesslevel) notwendigen Daten wurden auf Basis eines definierten Satzes von Testdaten (Material mit Stückliste, Kunden und Lieferanten, Bewegungsdatensituation usw.) auf dem Qualitätssicherungssystem angelegt. Der Fokus lag dabei auf den Bereichen, welche gemäss der Risikoanalyse als cGMP-kritisch eingestuft wurden. Natürlicherweise werden dabei auch andere Bereiche durchgetestet. Da es sich um ein seit Jahren im Echtbetrieb befindliches System handelte, wurde die Testphase in einer OQ/PQ-Testphase zusammengefasst und von unabhängigen Testern ausgeführt. Die Testergebnisse wurden anschliessend von den Key-Usern und/oder Process-Ownern geprüft und freigegeben. Ordnung schaffen
Validierungsprozess bis zum Abschluss des Validierungsabschlussberichts: Die anfängliche Gap-Analyse hatte auch Punkte ergeben, welche Nachbesserungen am SAP R/3-System notwendig machten. Diese Entwicklungen wurden zunächst gemäss des SDLC- und V-Modells getrennt dokumentiert, entwickelt und während OQ-/PQ-Testphase in das Gesamtsystem integriert. Am Ende entsteht so ein valides Gesamtsystem und notwendige Ergänzungen müssen nicht nachträglich eingebracht werden. Um den weiteren, validen Systembetrieb zu garantieren, wurden parallel die notwendigen Betriebs-SOPs entwickelt und in Kraft gesetzt.
SOP-Struktur zum Betrieb eines validen IT-Systems: Wie für ein System im Routine-Betrieb erwartet, ergaben sich aus der Testphase für den Validierungsabschlussbericht keine kritischen und offenen Punkte. Das System konnte so ohne Einschränkungen freigegeben werden. Die Methodik kann mit wenigen Modifikationen auch auf andere IT-Systeme, die beim Kunden im Einsatz sind, adaptiert werden und wurde auch bereits erfolgreich eingesetzt. System ohne Einschränkungen freigegeben Die Methodik kann mit wenigen Modifikationen auch auf andere IT-Systeme, die beim Kunden im Einsatz sind, adaptiert werden und wurde auch bereits erfolgreich eingesetzt. In einem parallelen Projekt wurde auch die IT-Infrastruktur (Rechenzentrum-Betrieb, Server, Netzwerk, Desktop-Services, Operating, Administration, Backup etc.) des Unternehmens einer Qualifizierung unterzogen. Dr. Thomas Karlewski |
|
| | nach oben | zurück | Link zu dieser Seite versenden | Seite drucken | ||