Newsletter 03-08 Inhaltsübersicht
   
Schritt für Schritt zur GMP-gerechten Qualitätskontrolle
– Folge 1 –
   
 

Warning Letter Report 2007
Die häufigsten Verstösse gegen QC-Anforderungen:

• Verantwortlichkeiten der Qualitätskontrolle (211.22)
• Kontrolle auf mikrobiologische Kontamination (211.113)
• Laborkontrollen – Allgemeine Anforderungen (211.160)
• Prüfung und Freigabe für den Vertrieb (211.165)
• Herstellungsanweisungen und -protokolle (211.188)
• Überprüfung der Herstellungsprotokolle (211.192)
• Laboraufzeichnungen (211.194)

Als einer der Schlüsselbereiche eines Pharma-Unternehmens ist die Qualitätskontrolle im Laborbetrieb umfangreichen Regularien unterworfen. Nationale und internationale Überwachungsbehörden führen zudem intensive Inspektionen durch. Beanstandungen zur Qualitätskontrolle sind auch regelmässig Thema der FDA-Warning-Letters. Das zeigt die Umsetzung in der Praxis ist bei weitem nicht zufriedenstellend. Diese Newsletter-Serie nimmt Herausforderungen und Lösungen unter die Lupe.

Prinzipiell hat ein QC-Labor zwei Hauptaufgaben: die Analyse und Freigabe von einwandfreien Produkten und die Evaluation von Abweichungen in der gesamten Lieferkette. So allgemein diese scheinen, so konkret sind die speziellen Anforderungen an Mitarbeiter und Betrieb:

GMP-konforme Dokumentation: Dokumente sollen einfach, übersichtlich, vollständig, nachvollziehbar und wiederauffindbar organisiert sein. Die Anforderungen der Qualifizierung und Computerized Systems Validation (CSV) sind auf die Bedingungen des QC-Labors umzusetzen und die Vorgaben zur Methodenvalidierung zu erfüllen.

Gute Planung und Überwachung: Bei wiederholten Tätigkeiten wie Kalibrierungen, Requalifizierungen oder Mitarbeiterschulungen ist sicherzustellen, dass diese auch regelmässig durchgeführt werden.

Effizientes Change-Control-Verfahren etablieren: Es ist zu klären, welchen Aufwand Veränderungen wie der Wechsel einer Analysemethode oder der Ersatz eines Gerätes mit sich bringen.

GMP-konformes Handling von Proben und Referenzen: Grundvoraussetzung für ein QC-Labor ist die effiziente Abwicklung von Musterzug, Lagerung und Labelling von Proben. Ebenso muss der Umgang mit Referenzsubstanzen und Inhouse-Referenzen geregelt sein.

Korrekter Umgang mit Abweichungen insbesondere mit Out-of-Specification-(OOS)-Resultaten in der Produktion oder im Labor ist unabdingbar.
Dienstleister: Der Umgang mit externen Dienstleistern ist zu definieren (Monitoring, Hygiene, Service usw.) und vertraglich zu regeln.

Zuständigkeiten der Mitarbeiter: Die Verantwortung und Kompetenz der Mitarbeiter (z.B. bei Schichtbetrieb) sind u.a. durch Schulungen sicherzustellen.

Qualitätsmanagement: Aufgaben des QM-Systems wie interne Audits, Trending und die Festlegung von KPI sind zu erfüllen.

Schnell, kostengünstig, flexibel und zugleich zuverlässig und korrekt zu arbeiten – das ist Widerspruch und Herausforderung in der heutigen Laborpraxis. Abhilfe schafft eine gute Organisation der Abläufe. Über wichtige Neuerungen und wie Sie GMP-Anforderungen im QC-Labor effizient umsetzen können, lesen Sie in den nächsten Ausgaben des Newsletters.

Dr. Hiltrud Lenke
Lars Jung


   

 
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