Newsletter 03-08 Inhaltsübersicht
   
Mit Six Sigma die Variation im Griff
Verbesserungskonzept für Pharma-  und Medizintechnikindustrie: Verschwendete Mühe, oder Notwendigkeit? – Folge 1 –
   
 

Im Rahmen einer Newsletter Serie geben wir Ihnen die Möglichkeit, zu beurteilen, ob Six Sigma und die damit verbundenen Anwendungen auch in Ihrem Unternehmen bzw. in Ihrem Bereich sinnvoll sind. Wir zeigen wo die Methode ansetzt, welche Schritte notwendig sind und was Ihr Unternehmen davon profitiert. Wir beginnen mit einem allgemeinen Einblick in die Zusammenhänge von Geschäftsprozessen und Six Sigma.

Grundsätzlich besteht geschäftliches Handeln, und damit auch das Erwirtschaften von Erträgen, aus Prozessen in den verschiedensten Geschäftsbereichen (Produktions-, Qualitätskontroll-, Qualitätssicherungs-, Managementprozessen, usw.). Das Ziel eines jeden Unternehmens muss es sein, die Variation in den definierten Kernprozessen zu reduzieren, d.h., dass genau diese Prozesse, bezogen auf Variation im Prozess sowie auf Variation bei Inputs (Lieferanten, Dokumente, Personal, …), stabil und möglichst vorhersagbar funktionieren.

Qualität: Je höher, umso besser? Falsch! Das ökonomische Optimum muss für jeden Prozess individuell bestimmt werden.

Weiter muss Funktionsfähigkeit unter wirtschaftlichen Vorgaben bestehen können (Kosten/Nutzenrechnung), um ein Höchstmaß an Effizienz zu erreichen. Mit anderen Worten: Produktion von Qualität muss auch in einem ökonomisch vertretbaren Rahmen liegen. In diesem Fall würde oberhalb des Qualitätslevels 6 eine Steigerung der Qualität unverhältnismässig mehr finanziellen Aufwand bedeuten (siehe Abbildung).

Die Konsequenz der Variation
In Unternehmen gibt es auf allen Ebenen Systeme, Prozesse, Projekte oder Produkte. Es ist eine Tatsache, dass die in einem Prozesssystem enthaltene Variation es immer wieder unmöglich macht, den Zielwert für ein qualitätsrelevantes Merkmal eines Ergebnisses zu erreichen.

Damit ist die Variation ein grundlegendes Phänomen und Teil aller im täglichen Leben relevanter Systeme. Die Merkmale der Ergebnisgrößen (Y) eines Systems schwanken, weil Abweichungen in allen Einsatzfaktoren (X`s) enthalten sind und diese sich als Bestandteil des Prozesses auf sein Gesamtergebnis auswirken.

Variation führt zu Zusatzkosten für Unternehmen. Dies liegt darin begründet, dass alle Abweichungen vom Zielwert entweder für das Unternehmen oder sein Umfeld – normalerweise Kunden und Lieferanten – Zusatzkosten verursachen.

Six Sigma fokussiert auf Variation
Six Sigma unterscheidet sich dadurch von anderen Verbesserungskonzepten, dass Abweichungen als eine ernst zu nehmende Bedrohung für Unternehmen betrachtet werden und Six Sigma ausdrücklich die Reduzierung der Variation zum Ziel hat, und zwar immer zusammen mit der Verbesserung der Durchschnittsleistung.

Die Suche nach einem pragmatischen Weg zur Reduzierung der Variation endet bei den meisten Unternehmen auch mit einer Entscheidung zu Gunsten von Six Sigma.
Die Methode beinhaltet ständige Verbesserungen. Obwohl stark auf die Reduzierung der Variation ausgerichtet, werden auch Verbesserungen an den Durchschnittswerten erreicht, da es wenig Sinn macht, Variation um einen Mittelwert zu reduzieren, der an sich unzulänglich ist.

Technisch gesehen ist Sigma ein Buchstabe des griechischen Alphabetes. Er ist sowohl die Maßzahl als auch das Symbol zum Ausdruck der Prozessvariation. Man spricht von einem Six Sigma Prozess, wenn bei einer Million Möglichkeiten nur 3,4 Fehler auftreten. Da dieses Ziel in den meisten Branchen und Unternehmen unerreichbar zu sein scheint, haben sich Six Sigma Unternehmen auf eine Verbesserungsrate bei qualitätskritischen Merkmalen von 50% als Best Practice angenähert und diese als Zielwert definiert.

Was Six Sigma bringt
Die Vorteile bestehen im weitesten Sinne darin, positiv zum Return on Invest des Unternehmens beizutragen. Durch die Verbesserungsprojekte werden die Nettogewinnspanne und der Gesamtumsatz erhöht. Six Sigma leistet nicht nur Beiträge zu den Geschäftsergebnissen, sondern auch:

• Strategien zur kontinuierlichen Verbesserung der Unternehmensleistungen
• Einen pragmatischen Ansatz, der eine enge Verknüpfung von strategischen Zielen und den zu ihrer Erreichung geforderten Mittel liefert
• Ein umfassendes Ausbildungsprogramm auf allen Ebenen der Organisation für definierte Rollen und Verantwortlichkeiten
• Einen umsetzungsfreundlichen und konzeptionellen Rahmen
• Eine Erfolgreiche Mischung von Methoden und Werkzeugen
• Die Konzentration auf qualitätskritische Merkmale von Produkten unter absoluter Berücksichtigung der Kundenanforderungen
• Entscheidungen auf der Grundlage gesicherter Fakten

Aus den genannten Gründen wird die Anwendung von Six Sigma auch in der Pharma- und Life Science Industrie unumgänglich und sie wird sich mittelfristig, wie bereits in der Automobil-, Flugzeug- und Versicherungsindustrie … durchsetzen.

Fortsetzung folgt
Im nächsten Newsletter lesen Sie, wie Sie im ersten Schritt der Prozessoptimierung den Anteil der gewinnbringenden Zeit mit sehr einfachen Mitteln messen können. Die Besonderheit der regulierten Industrie erfordert aber auch essentielle nicht direkt gewinnbringende Zeiten (Validierung, Qualifizierung und andere behördliche Vorgaben). Unser Know-how hilft, diese essentielle Zeit nicht einfach wegzulassen, sondern diese im ökonomischen Ausmaß zu optimieren und die Prozesse so sicher und regularienkonform zu verbessern.

Wenn wir Sie schon jetzt für die Methode Six Sigma begeistern konnten, oder Sie bereits Fragen zum Thema haben, dann zögern Sie nicht und kontaktieren Sie uns.

Markus Greindl
Markus Greindl


   

 
  | nach oben    | zurück    | Link zu dieser Seite versenden    | Seite drucken