Newsletter 03-08 Inhaltsübersicht
   
Die etwas andere Tankstelle
   
 

Wohin mit den entzündbaren Liquida? Für Bachem gingen die Technology Designer
kurzerhand »in den Untergrund«.

Ein Tanklager für brennbare Flüssigkeiten stellt sehr hohe Ansprüche an sicherheitstechnischen Einrichtungen und bei einer pharmazeutischen Produktion auch an die GMP-Grundsätze. Diese Eckpunkte erfordern kluge Lösungsansätze in der Konzeptplanung und eine konsequente Umsetzung in der Detailplanung und Realisierung.

Die Bachem AG, ein Hersteller für pharmazeutische Wirkstoffe in Bubendorf/
Schweiz, zog Chemgineering zu Rate, um die Möglichkeit einer Anpassung der Lösungsmittelversorgung und Abfalllösemittelentsorgung zu evaluieren. Dies wurde durch ein Tanklager realisiert – ein erdverlegtes Tanklager, wie es aus dem Tanksstellenbau bekannt ist.

Chemgineering hat umfangreiche Erfahrung in der Planung und Realisierung von Tankanlagen im pharmazeutischen Umfeld sowie in der Planung von Anlagen
mit brennbaren Flüssigkeiten. Bei diesem Projekt stellte sich zunächst die Frage, ob die Errichtung der geplanten Anlage am Standort überhaupt realisierbar ist.

Am Anfang stand eine Idee
Bachem beauftragte Chemgineering mit der Machbarkeitsstudie. Die Idee war, die bestehende Lösemittelversorgung und Abfalllösemittelentsorgung an die neuen Bedürfnisse anzupassen. Die schwierigen Platzverhältnisse und die daraus resultierenden gesetzlichen Forderungen machten die herkömmlichen Installationsweisen möglich, aber sehr kostenintensiv. Um terminliche Forderungen einzuhalten und fundierte Planungsgrundlagen zu erhalten, wurden die verantwortlichen Behörden von Anfang an einbezogen.
Gemeinsame Gespräche brachten die Lösung: Die »unterirdische« Variante eines Tanklagers mit Einlagerung von doppelwandigen Behältern direkt in die Erde. Der massgebende Vorteil dieser Variante ist, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Schutzabstände zu benachbarten Gebäuden wesentlich geringer sind, wodurch auch bei sehr engen Platzverhältnissen der Bau des Tanklagers möglich wurde.

Die Zustimmung der behördlichen Stellen und die Kostenermittlung gaben den Startschuss für die nächste Projektphase – das Basic Design.

Zügiges Vorankommen durch gute Abstimmung und Koordination
Erdverlegte Tanklager sind Stand der Technik, aber in diesem Fall waren die Anforderungen hinsichtlich Funktionalität und Qualität der Anlage wesentlich höher.
Im Basic Design wurde der definitive Umfang des Tanklagers und des Verteilnetzes zur Produktion festgelegt: ein Tanklager mit 6 Tanks (um 3 Tanks erweiterbar) und einer Lagerkapazität von ca. 170m3. Ein Anlagentyp dieser Grössenordnung bedingt die Absprache mit vielen Behörden (Bau, Lufthygiene, Arbeitsschutz, Gewässerschutz, Störfälle und Brandschutz) und den frühzeitigen Einbezug sämtlicher Gewerke in die Planung. So wurden die Unterlagen für die Baueingabe erstellt.

Als nächstes kam eine zuverlässige Kostenschätzung für den Kreditantrag und die bestellreife Spezifikation der Tanks. Die baulichen Massnahmen waren sehr umfangreich und die gute Abstimmung mit dem Bauplaner spielte eine wesentliche Rolle für ein zügiges Vorankommen. Sehr wichtig war die frühzeitige Abbildung sämtlicher Werkzeuge (Organisation, Apparatespezifikationen, Beschaffung, Ablagesystem, Projekt-Sitzungen, etc.) für ein effektives Projektmanagement in einem Projektdurchführungsplan. Dies alles trug dazu bei, eine gute Basis für die nächste Projektphase – das Detail Design – zu schaffen.

Als Generalplaner - bis ins Detail

Die erfolgreiche Genehmigung der Baueingabe leitete die Detailplanung für das Projekt ein, das Chemgineering als Generalplaner leitete. Chemgineering koordinierte die Gewerke, um pünktlich mit der 3D-Planung des Tanklagers mit Verteilnetz im Produktionsgebäude starten zu können. Für einen Grossteil der Projektbeteiligten war der Anlagentyp eines erdverlegten Tanklagers völlig neu und die gute Kommunikation sehr förderlich für ein planmässiges Vorankommen. So stellte z.B. der Korrosionsschutz der Anlage alle vor eine neue Herausforderung: Es musste gewährleistet werden, dass die Tanks im Erdinneren auch nachhaltig vor äusseren Einflüssen geschützt sind. Während des Basic Designs wurden sämtliche erforderlichen Lieferantendokumente in den Ausschreibungsspezifikationen festgelegt, eine Voraussetzung für die reibungslose Qualifizierung der Anlage. Die Qualifizierung erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Kunden, der einen wesentlichen Fokus auf die Anlagensicherheit und die behördlichen Auflagen legte. Die gute Vorbereitung im Basic Design und die gute Abstimmung unter den Planern führten zur Einhaltung des Projekt-Terminplans.

Aus einer Idee ein gemeinsames Ziel verwirklicht
So gut wie jede Anlage im pharmazeutischen Bereich ist ein Unikat und stellt immer eine besondere Herausforderung dar. In diesem Fall die vielseitigen technischen Anforderungen und die Koordination der Schnittstellen zu Kunde, Planern, Lieferanten und staatlichen Stellen.

Chemgineering stellt die Weichen für eine gut koordinierte, effektive, kosten- und zielorientierte Arbeitsweise, um Ihr Projekt erfolgreich abzuschliessen.

Michael Donner
Michael Donner

 

   

 
  | nach oben    | zurück    | Link zu dieser Seite versenden    | Seite drucken